Tipps für das Ende des Grundstudiums

Heute beschäftigen wir uns mit Stufe 2 der Jura-Endgegner-Bezwingung. Wenn du Tipps für die ersten Semester suchst, schau doch einfach hier vorbei.

Ansonsten gilt auch hier: Herzlichen Glückwunsch, du bist noch im Spiel. Und sogar ein Level weiter, hoffentlich ohne bisher zu viele Leben verloren zu haben :). Mit den nachfolgenden Tipps möchte ich dir gerne den Übergang vom Grund- in das Hauptstudium erleichtern.

Erweitere deine Skripe

Du bekommst immer mehr Überblick und übergreifendes Verständnis. Jetzt ist es an der Zeit, deine Skripte zu überarbeiten, anzupassen und zu erweitern. Ergänze weitere Fallkonstellationen, Meinungsstreits oder Beispiele. Wenn du – wie wie ich – viel durch Schreiben lernst, kannst deine bisherigen Skripte auch nochmal neu verfassen.

Wie du generell eigene Skripte erarbeitest kannst du hier und hier nachlesen.

Kluge Schwerpunktwahl

Mein ganz klarer Tipp für die Schwerpunktwahl: Was ist einfach, wo bekomme ich einen wohlwollenden Professor und was muss ich möglicherweise nicht doppelt lernen. Meint: Ich bin hervorragend damit gefahren, nicht einen komplett abgefahrenen Schwerpunkt zu wählen (auch wenn mich sicher einige andere Themengebiete interessiert hätten), sondern Grundlagen des Strafrechts. Dieser Schwerpunkt enthielt an meiner Universität unter anderem die Vorlesung Vertiefung Strafrecht Allgemeiner Teil. Das muss man sowieso lernen. Den Rest – Kriminologie und allgemeine Verbrechenslehre – fand ich einfach interessant und schon in der Vorstellung relativ easy greifbar (war dann auch so). Bitte vergiss nicht: den Schwerpunkt musst du zusätzlich zu allem, was du ohnehin lernen musst, durchprügeln. Mach es dir nicht schwerer als du musst.

Nach meiner Erfahrung fragt dich später niemand mehr, warum die diesen Schwerpunkt gewählt hast, wenn du jetzt etwas ganz anderes machst. Und selbst wenn, hierfür kann man sich super Antworten zurecht legen.

Außerdem ist es ein absoluter Mythos, dass der Schwerpunkt per se bei bewerbungsrelevanten Noten herausgerechnet wird. Ich habe beispielsweise auf der Gegenseite (also als Einstellende) sehr wohl positiv einberechnet, wenn ein Bewerber sich durch seine Schwerpunktnote insgesamt hat verbessern können. Was das jetzt für ein Schwerpunkt war, war für mich erstmal irrelevant. Ein „Runterziehen“ der Gesamtnote durch den Schwerpunkt fällt hingegen durchaus negativ auf. Wähle hier klug. Du wirst in Praktika und im Referendariat noch unfassbar viel Zeit haben, dich mit deinen konkreten Interessengebieten auseinanderzusetzen.

Öffentliches Recht ist Freund nicht Feind

Etwas, das ich tatsächlich im ganz objektiven Rückblick auf meine beiden Examina sagen kann: Öffentliches Recht ist dein Freund, nicht dein Feind (wie die Fische bei Findet Nemo, nur dass die Freund und nicht Futter sein sollen. Also doch nicht so gleich… ach lassen wir das). Es ist so wichtig, dass du (spätestens) zum Ende des Grundstudiums dein Fundament für die Standardprüfungsschemata im Öffentlichen Recht gießt. Verwaltungsrecht AT muss sitzen. Ich klinge jetzt sicher wie einer von den Repetitoren, aber es ist wirklich wirklich wirklich so. Ich habe extra für euch nochmal meine Einzelnoten aus erstem und zweiten Examen durchgeguckt und öffentliches Recht war beide Male ein absoluter Lifesaver. Hier kann man also wirklich gute Noten holen. Hier kann man auch mal verkackte Strafrechtsklausuren ausgleichen.

Der Aufbau einer gutachterlichen Prüfung im öffentlichen Recht divergiert kaum, sodass man hier super auswendig lernen kann. Je öfter man den Aufbau durchkaut und niederschreibt, desto eher kann man in Klausuren und dem Examen quasi seine Hand ohne darüber nachzudenken über das Papier fliegen lassen. Ist wie Fahrrad fahren. Funktioniert dann fast von alleine. Und was Argumentationsketten, Begründungen, Abwägungen oder ähnliches angeht, gilt so viele Lösungsskizzen oder echte Gerichtsurteile lesen wie möglich. Wie wird von den Profis aufgebaut? Wie begründet? Welche Argumente kann man immer wieder verwenden (Stichwort: Artikel 3 GG)? Es ist immer wieder dasselbe. Versprochen!

lm Ergebnis also: hier nicht widerwillig oder faul sein. Hier angreifen und Fundament fürs Häuschen bauen! Es wird sich lohnen.

Focus on yourself

Es gilt immer noch dasselbe, wie in Semester 1. Alle anderen lernen mehr, sind früher scheinfrei, haben in allen Hausarbeiten 12 Punkte aufwärts oder sind sogar schon in der Examensvorbereitung. Das ist egal für dich! Du ziehst dein Ding durch. Du packst das auf deinem ganz eigenen Weg. Abgerechnet wird zum Schluss!

Alles Liebe,

Luisa

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